Darf die UWS Gewinne erwirtschaften, oder verstößt sie damit gegen ihre Grundsätze? Diese Frage bewegte in der vergangenen Woche den Hauptausschuss des Ulmer Gemeinderates. Nun schaltet sich in diese Diskussion auch die DIE LINKE. Ulm / Alb-Donau ein: „Der erwirtschaftete Gewinn, muss konsequent reinvestiert werden um so dem Gesellschaftszweck, der Schaffung von ausreichend sozial verträglichem Wohnraum, zu erfüllen“, so Eva-Maria Glathe-Braun, Sprecherin der LINKEN in Ulm.

Investitionsbedarf gäbe es für die UWS gleich mehreren Fronten. Neuer sozialer Wohnraum müsse entstehen, Altbestände erhalten werden. „Die von der UWS prognostizierte Durchschschnittsmiete von 5,88€ pro Quadratmeter für das Jahr 2018 ist ein Warnsignal.“, stellt Max Rechtsteiner, stellvertretender Kreissprecher, fest. Die Halbierung des Bestandes im Preissegment bis 5,50€ seit 2014, die einer Verdoppelung höherpreisiger Wohnungen gegenüberstehe, bilden diese Entwicklung ab. Da schmerze es natürlich umso mehr, wenn die UWS, die einzigen sind, bei denen Bauprojekte die Quote von 30% gefördertem Wohnungsneubau eingehalten wird. Hier müssen alle Investoren in die Pflicht genommen werden.

Zwingenden Handlungsbedarf sehe man auch bei dem allerorts, zuletzt in Wiblingen, anfallenden Sanierungsstau. Die ökologische Erneuerung vorhandener Bausubstanz, muss konsequent weitergeführt werden. Somit könne man Betriebskosten senken und gleichzeitig die Umweltbilanz verbessern

„Wir brauchen eine öffentliche Debatte über die neue Wohngemeinnützigkeit.“, fordert Glathe-Braun und bezieht sich dabei auf den Getrifizierungsforscher Andrej Holm. Mittels Steuerentlastungen sollen Wohnungsbaugesellschaften, die wie die UWS konsequent sozialen Wohnungsbau betreiben in die Lage versetzt werden, Neubauten zu geringeren Mieten anbieten zu können. Das Konzept der LINKEN sieht bei der Wohngemeinnützigkeit u.a. eine Gewinnbeschränkung auf maximal 4 Prozent und eine Orientierung der Miethöhen lediglich an den Aufwendungskosten vor.

Die Stadt könne die UWS bei der Schaffung sozialen Wohnraums unterstützen, indem die vorbildliche Ulmer Bodenpolitik eine sozial gerechte Bodenpolitik wird, von der diejenigen, die sozialen Wohnraum schaffen profitieren

Um eine zielführende, öffentlichen Debatte führen zu können brauche man verlässliche Aussagen, was mit den Gewinnen der UWS passiere und wie sich die Mietpreise bei Neubauten, im Bestand, sowie nach Modernisierungen entwickeln würden. „Dazu braucht es in Zukunft maximale Transparenz“, fordert Max Rechtsteiner.

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